• Andrea Hohmann

Ankommen bei sich selbst oder Das Schnecken-Experiment

Ich fragte eine Schnecke, warum sie so langsam wäre.

Sie antwortete, dadurch hätte sie mehr Zeit, die Welt zu sehen.

Wolfgang J. Reus, dt. Journalist, 1959 - 2006


Wir leben heute in einer sehr schnelllebigen und teilweise hektischen Zeit. Viele von uns stehen täglich „unter“ Strom. Durch dieses schnelle und hektische Leben verlieren wir oft den Blick für Kleinigkeiten, für das Schöne, das Herzliche.

Das ist so ähnlich, wie wenn wir mit unserem Auto mit „100 Sachen“ durch eine schöne Umgebung rasen. Die Schönheit werden wir wahrscheinlich nicht wahrnehmen. Wenn wir hingegen langsam fahren, wird uns mehr ins Auge fallen und die Fahrt kann zu einem Genuss werden.


Und was bedeutet das für den Alltag?

Es bedeutet nicht, alles im Schneckentempo zu erledigen.

Aber probieren Sie es doch mal aus.


Meditatives Gehen oder auch „Das Schnecken-Experiment“

Verlangsamen Sie mal für eine Viertelstunde Ihre Bewegungen, Ihre Arbeit, Ihr Tun. Genau für 15 Minuten. Stellen Sie ruhig einen Wecker.

Das klingt jetzt etwas seltsam, ich weiß. Aber probieren Sie es einfach einmal aus. Am besten am Abend zu Hause. Gehen Sie langsamer durch die Wohnung als sonst, setzen Sie sich langsamer hin – was auch immer Sie tun, machen Sie es langsamer als üblich. Und glauben Sie mir: Eine Viertelstunde kann ganz schön lang sein :-)

Anfangs ist dieses bewusste Verlangsamen ungewohnt. Es könnte sein, dass Sie unruhig werden, oder den Sinn darin nicht mehr erkennen können. Jedoch halten Sie durch. Bleiben Sie neugierig, was passieren wird. Einige machen die Erfahrung, dass sich nach ungefähr 10 Minuten diese innere Ungeduld in angenehme Ruhe verwandelt und auch die Gedanken ruhiger werden. Was nehmen Sie wahr?


Eine besondere Erfahrung ist dieses extreme, langsame Gehen, das „Schnecken-Experiment“ bzw. „Meditative Gehen“ draußen in der Natur. Verbinden Sie dieses langsame Gehen mit der Beobachtung des Atems. Mit der besonderen Aufmerksamkeit auf Ihre Sinne, den Körper. Nehmen Sie wahr, was Sie sehen, was Sie hören, was Sie spüren. Spüren Sie genau in Ihre Füße, wie fühlt sich die Berührung der Füße mit dem Boden an. Das Abrollen der Füße. Das …

Und am Ende suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie sich hinsetzen und nachfühlen können.


Viel Spaß beim „Schnecken-Experiment“ beim Ankommen bei sich selbst.


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