• Andrea Hohmann

Frage der Woche 43

Aktualisiert: 13. Nov 2019

Danke, dass du meinen Knopf drückst …

… dadurch fühle ich meine Gefühle.

Immer wieder gibt es Menschen und Situationen in unserem Leben, unserem Umfeld, mit denen wir nicht gut zurechtkommen. Wir ärgern uns über das Verhalten, über die Art zu denken und zu kommunizieren. Bei einigen Menschen könnten wir aus der Haut fahren, müssen uns zusammenreißen, dass wir nicht wütend reagieren. Am liebsten würden wir diesen Menschen aus dem Weg gehen – wenn das so einfach wäre.

Jeder von uns kennt Menschen, die uns emotional in Wallung bringen – aus der Schule, dem Job, der Nachbarschaft, dem Freundeskreis oder sogar der Familie.

Warum gibt es die „Auf-den-Knopf-drücker“?

Wir dürfen von ihnen lernen.

Das ist vielleicht nicht die Antwort, die wir hören wollen, doch genau diese Menschen in unserer Umgebung können uns sehr viel beibringen, sie sind die besten Lehrer. Unsere Reaktion auf diese Menschen erzählt sehr viel über uns, denn hinter jeder heftigen Reaktion stehen unverarbeitete Lebensgeschichten mit ihren Ängsten, Konflikten und dadurch verdrängten Gefühlen – sogenannte Schatten.

Die Bezeichnung Schatten wurde geprägt durch C.G. Jung, dem Schweizer Psychoanalytiker. Schatten sind die Persönlichkeitsanteile, die der Mensch nicht nach Außen zeigen möchte. Wir setzen alles daran, diese Anteile zu verstecken und zu verdrängen, damit sie nicht entdeckt werden. Durch das Verdrängen dieser Anteile vermeiden wir, diese Anteile an uns selbst wahrzunehmen.

Schatten sind also unsere versteckten Persönlichkeitsanteile, die wir lieber nicht sein oder leben möchten.

Wir Menschen besitzen jede Eigenschaft, jeden Charakterzug, den wir selbst wahrnehmen können. Auch wenn wir es nicht so gerne wahrhaben möchten. Wir können uns nicht davon trennen. Sie bleiben immer ein Teil von uns und diese Anteile machen uns ganz und vollkommen. Alles, was wir wahrnehmen können, ist auch in uns.

Als Baby kamen wir mit allen Eigenschaften auf die Welt, machten uns keine Gedanken, sondern waren einfach da. Mal fröhlich, mal ärgerlich, mal ängstlich, mal fordernd, mal lachend, es löst sich innerhalb von Sekunden ab.

Doch dann lernten wir von unseren Eltern und Umfeld wie wir uns am besten zu verhalten haben, um geliebt zu werden und Anerkennung zu bekommen. Wir lernten, welche Verhaltensweisen und Eigenschaften gerne gesehen werden und welche abgelehnt werden.

Vielleicht lernten wir, keine Wut zu empfinden, nicht so vorlaut zu sein, nicht wild, gierig und frei zu sein ….

Jeder von uns hat seine eigene persönliche Liste.

Über Jahre werden diese Eigenschaften immer mehr verdrängt, fristen ein Schattendasein.

Unbewusst wird ein großer Teil unserer Aufmerksamkeit und damit auch unsere Lebensenergie verbraucht, diese unerwünschten Anteile vor allen anderen Menschen zu verstecken. Je mehr wir uns bemühen, diese Anteile nicht zu leben, je mehr drängen sie von außen in unser Leben. Wir ziehen Menschen an, die genau diese Eigenschaften ausleben.

Die Anteile werden uns im Außen gespiegelt durch Partner, Kinder, Eltern, Vorgesetzte, Kollegen, Kunden, Politiker, Nachbarn. Die „Auf-den-Knopf-Drücker“ öffnen mit ihrem Verhalten den Raum unserer Schatten.

Unser lautes, energisches, gegenankämpfen schließt die Tür, so müssen wir uns nicht mit den Schatten beschäftigen.

Erst wenn wir unseren Anteil liebevoll und sanft anerkannt und integriert haben, werden wir emotional frei sein. Alles darf sein

Diese verdrängten Anteile liegen, nicht sichtbar, im Schatten, und doch sind sie weiterhin aktiv und agieren automatisch und unbemerkt. Vielleicht zeigen sie sich das ein oder andere Mal durch einen völlig unangemessenen Wutausbruch. Indem wir „JA“ zu allen unseren Anteilen sagen, bekommen wir einen bewussten Zugang zu den Anteilen. Sie werden integriert, bekommen einen Platz und dürfen im Spiel des Lebens mitspielen.

Laut CG Jung liegt das Gold im Schatten eines jeden Menschen. Jeder Anteil hat auch einen positiven Aspekt und kann in bestimmten Lebenssituationen hilfreich und nützlich sein.

Beispiele:

Wut: Grenzen setzen, sich verteidigen

Vorlaut: Die Meinung sagen, für sich einstehen

Gierig: Neugierig, gierig auf mehr Wissen

Nervig: nicht nachgeben, ausdauernd sein

Kindisch: frei und unbekümmert Spaß haben

Entdecken Sie Ihr Gold im Schatten und schließen Sie Frieden damit. Nach dem entdecken des Schattens, findet die Integration des Schattens auf Herzensebene statt. Der Schatten ist der Schlüssel zu Ihrer emotionalen Freiheit und bringt Ihnen mehr Erfüllung und Lebensfreude auf Ihrem Weg zur Ganzheit.

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Andrea Hohmann Gesundheitspraxis

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