• Andrea Hohmann

Frage der Woche 44

November – sich neu fühlen

Die, für den November typischen, Nebelschwaden bedecken die Landschaft, alles wirkt grau und trüb. Die letzten, von den Bäumen, herabfallende Blätter zeigen uns die Vergänglichkeit ganz deutlich. November ist der Monat, der uns zeigt, dass alles einmal zu Ende ist. Es ist der Monat der Vergänglichkeit, des Sterbens, der Rückbesinnung.

Der November, für viele Menschen ein emotional schwieriger Monat. Hier zeigen sich die Schattenseiten des Lebens. Ansprüche und Anforderungen, die viel Kraft und Energie kosten, werden uns im November so richtig bewusst. Die kulturellen Festtage zu Ehren der Verstorbenen zeigen uns ebenfalls ganz deutlich, dass alles Leben ein Ende hat. „Was wollen wir vom Leben?“

Die letzten Monate dieses Jahres sind wichtig für die Qualität des kommenden Jahres. Dank der Ruhepause im dunklen Erdreich, haben die Bäume, die Pflanzen die Kraft und Energie im Frühjahr zu wachsen und zu blühen und Früchte zu tragen.

„Nutzen wir die dunklere Jahreszeit zum bewussten Rückzug?“

Dank elektrischem Licht können wir das ganze Jahr im außen sein, Arbeit, Kino, Party, Fernseher etc. So werden die Schattenseiten des Lebens immer weiter in den Schatten gedrängt – nicht gefühlt.

Pause, Rückzug, Verabschieden, Loslassen, Trauern -all das braucht es, damit auch wir wachsen, blühen und Früchte tragen können.

So wie die Natur sich tief ins Erdreich zurückzieht, dürfen wir Menschen diese Zeit nutzen, von außen nach innen zu blicken.

Wie wäre es, wenn wir die Stille zulassen für das Lauschen nach Innen?

Wie wäre es, wenn wir die Ruhe nutzen zum Regenerieren?

Wie wäre es, wenn wir uns Zeit nehmen zum Verabschieden?

Vielleicht tauchen dann Gedanken und Fragen auf, vielleicht Zweifel, Unwohlsein oder Trauer. Geheimnisse, dunkle Schatten, Ängste, die unsere Leben belasten, uns die Kraft nehmen, dürfen dann heraus und gesehen werden?

Was hat uns zu viel Kraft gekostet?

Wozu lebe ich?

Was soll mir das Wichtigste in meinem Leben sein?

Was fühlt sich in meinem Leben stimmig und was unstimmig an?

Was ruft nach Änderung, nach Kurskorrektur?

Was denke und fühle ich in Bezug auf mein bisher gelebtes Leben?

Was daran und an mir kann ich loben, lieben und wertschätzen?

Mit welchen Personen, Phasen und Ereignissen meines Lebens bin ich bis heute nicht im Frieden?

Mit welchem Blick zurück möchte ich einmal aus diesem Körper gehen?

Welche Qualität von Leben will ich dann einmal gelebt haben?

Haben wir den Mut uns diesen Fragen zu stellen, sie zu beantworten und uns zu verabschieden dann können wir uns neu FÜhLEN – machen Platz für die Zukunft.

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Andrea Hohmann Gesundheitspraxis

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