• Andrea Hohmann

Jammern für Profis

Eine Gebrauchsanleitung.

Erst schreibe ich über „Schluss mit dem Jammern“ und nun „Jammern für Profis“

Was ist nun richtig? Soll ich doch Jammern? Oder lieber nicht?

Bei „Schluss mit Jammern“ geht es um das notorische „Die Welt ist schlecht Gejammer“ das energieraubende Jammern. Das, was uns von unserer Lebensfreude abbringt. „Das Wetter sollte besser sein.“ „Ich habe zu wenig Zeit“ „Früher war alles besser.“

…..

Doch was tun, wenn es mir wirklich schlecht geht? Wenn ich jemanden brauche, der mir einfach nur zuhört?

Dann hilft es, einmal entschlossen zu jammern. Nicht nebenbei und im Vorbeigehen, sondern mit dem ganzem Herzen.

Wie jammere ich effektiv und entschlossen?

Mir ist bewusst, dass ich unzufrieden bin, dass mich etwas stört und belastet. Ich will eine Veränderung. Ich nehme diese Bedürfnisse nach Veränderungen wahr, indem ich mir mein Leben anschaue.

Dann bitte ich Menschen, denen ich vertraue um Ihr Ohr und die Bereitschaft sich mein Klagen und Jammern anzuhören. Mit der Bitte, mir keine Ratschläge und Tipps zu geben. Ebenfalls ist es nicht erwünscht ähnliche oder sogar schlimmere Ereignisse kundzutun. Außer einem Nicken und „Ich verstehe dich!“ will ich nichts hören.

Der Raum und die Zeit sind nur für mein Klagen und Jammern geöffnet, jedoch nicht durchgängig. Ich gebe mir einen Zeitrahmen und beende mit einem Schlusssatz, wie: „Das musste jetzt einmal raus!“

Vielleicht will ich eine Umarmung, ein tröstendes Wort – dann bitte ich darum.

So eine geplante „Jammerzeit“ kann erleichtern und etwas in Bewegung bringen. Neue Sichtweisen und Lösungen können sich auftun. Die Bereitschaft für Veränderung entsteht häufig erst durch das Bewusstwerden, wie einschränkend die Situation gerade wirklich ist. Und das Bewusstwerden der eigenen Veränderungswünsche entstehen nicht, wenn wir im Kollektiv jammern und klagen - Irgendeinem geht es schließlich immer schlechter.

Natürlich kann ich anschließend auch die Menschen, die mir zugehört haben, um ein Feedback bitten, z.B.

Was würdest du machen?

Was könnte ich deiner Meinung nach, besser machen?

Reicht es aus oder kann ich noch mehr tun?

Wenn ja, was genau?

Tue ich irgendetwas, das ich lieber bleiben lassen sollte?

Und wenn keiner in der Nähe ist, der bereit ist, sich meine Klagen anzuhören,  gibt es immer noch einen Stift und ein Blatt Papier. Ich gebe mir dann 10 Minuten und schreibe ohne Unterbrechung alles auf, was jetzt einmal raus muss.

Anschließend kann ich mir vorstellen,

was mein bester Freund mir raten würde.

was funktioniert, von dem, was ich tue?

wovon will ich mehr und was kann ich jetzt sofort dafür tun?

Fazit: Jammern - JA, doch nur mit einem anschließenden JA zum Handeln.

Judith Menne und Andrea Hohmann

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